HosenHerbst – Passform II: Mängel erkennen + beheben

Montag, 03. November 2014

Die erste Hose ist fertig!
Schon lange hatte ich mir die Zigarettenhose aus der Burda 11 / 2013 (Modell 110) vorgenommen. Den passenden Stoff hatte ich bei unseren Nähtreffen im Januar 2014 im Outlet von „Marc o Polo“ gekauft. Der Stoff sieht fast genau so aus wie auf dem Foto und hat einen hohen Elasthananteil.

Zigarettenhose Burda 11_2013 Modell 110

Wie sitzt die neue Hose? Wo gefällt sie mir noch nicht?
Was könnte ich an dieser Hose noch ändern?
Was muß ich machen, damit das nächste Modell besser wird?

Ich habe großes Glück, denn ich besitze einen „Burda-Po“! Will sagen, die Hosen-Schnitte von Burda passen mir bis auf wenige Anpassungen sehr gut – vorallem hinten. So brauchte ich auch keine Probehose nähen. Ich habe gleich richtig losgelegt.

Trotzdem gab es kleine Änderungen am Schnitt. Für Hosen hatte ich bisher noch keine Liste mit den Standardanpassungen an die Burdaschnitte gefunden (für Oberteile und Kleider besitze ich schon so eine Liste). Das war jetzt eine gute Gelegenheit.

1) Als erstes habe ich einen gut sitzenden Rock in der Taille vermessen und die Maße auf den Burdaschnitt übertragen. Die meisten Hosen sind mir in der Taille zu weit. Nun nicht mehr ;-))
2) Dann habe ich im hinteren Hosenbein 1cm  Länge am Po rausgenommen, wie hier beschrieben.
3) Die Hosenbeine muss ich immer verlängern, ca 2.4 cm.
4) Bleibt noch die Weite der Hose. Der Schnitt ist für Stoffe ohne Elasthan ausgelegt. D.h. er enthält noch die übliche Bewegungszugabe von ca. 1,5 – 1,8 cm. Die habe ich einfach an den Seitennähten weggenommen. Ich war erstaunt, wie gut das funktioniert hat. Dadurch ist auch der Tascheneingriff kleiner geworden, was ganz gut ist. Die Tasche steht nicht ab.

Nun konnte es auch schon losgehen:
Tascheneingriff und die obere Kante wurden mit einem nicht dehnbaren Flieselineband verstärkt, damit die Hose später nicht weiter wird in der Taille. Vorne gibt es einen Reißverschluss mit Untertritt. Die innere Tasche ist aus Futterstoff, damit es nicht aufträgt. Der Bund ist zum Glück gerundet und legt sich schön an.

In meiner Nähweise gibt es einen großen Unterschied zur Burda-Vorgehensweise. Ich nähe erst jeweils die Vorder- und Hinterteile komplett fertig zusammen. Erst dann nähe ich zuerst die Seitennähte und zum Schluss dann die Hoseninnennaht. Das hat für mich den Vorteil, dass man den Reißverschluss viel einfacher einnähen oder hinten die Gesäßtaschen aufbringen kann. Hier das fertige Vorderteil von innen:

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Hier nun die fertige Hose, mit der ich sehr zufrieden bin. Sie ist super bequem. Fühlt sich genau richtig an. In der Passform brauche ich aus meiner Sicht nichts mehr zu ändern. Nur über die Länge der Hose muss ich noch einmal genauer nachdenken. Und vielleicht beschäftige ich mich noch einmal mit den sogenannten „Katzenhaaren“ (Falten vorn im Schritt). Aber schlimm finde ich die nicht.
Es gibt auch, wie von craftreln vorgeschlagen, ein Sitzfoto. Da sieht man, dass die Hose doch etwas zu kurz geraten ist. Kurzerhand habe ich den Aufschlag weggenommen. Nun ist es genau richtig.

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Hier sieht man, dass bei der Hose drunter getragene Kleidungsstücke leicht durchdrücken. Ich muss also genau auf das „Drunter“ achten. Ansonsten werde ich die Hose sehr oft tragen. Eine nächste Hose ist schon zugeschnitten.

Hier geht es zu den anderen Beiträgen vom HosenHerbst.
Hier geht es zum MMM.

Zusammenfassung:
Schnitt: Burda 11_2013 Modell 110
Stoff: Stretch Jaquard
Schwierigkeitsgrad: mittel
Paßform: sehr gut
Nähe ich den Schnitt nochmal? ja, schon zugeschnitten

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10 Kommentare zu “HosenHerbst – Passform II: Mängel erkennen + beheben

  1. sewing galaxy 3. November 2014 um 21:27 Reply

    die hose ist doch super geworden!
    allerding ist der sitz-test totaler blödsinn!zumal du eine richtige länge hast.
    für alle die es genau wissen wollen, sollten den müller im buch für hosenkonstruktion nachschauen.
    die hosenlänge richtet sich nach die hohe der absätze der dazu getragener schuhe + breite des hosenbeins.
    je schmaler die hose, desto höhe endet sie. modische einflüße ausgenommen
    ich habe hier nur ausshcnitt auf russisch.
    http://katushenka.ru/2009/10/13/dlina-bryuk-dolzhna-byt-klassicheskaya-kak-vybrat-optimalnuyu/

    ich habe die hose auch genäht,aber leider nicht ab fotografiert.
    ich glaube ich habe ganze 4-5 tage für die anpassung gebraucht, zuerts war sie in grösse 36 trotz stoff ohne elastan ZU GROSS (ein ding der unmöglichkeit) nicht viel,aber über all genau 1 grösse kleiner bräuchte ich.
    dann sass sie von anfang an FAST gut. und dieses fast hat mich 4 tage gekostet.

    wenn du wirklich die hose testen wilsst, gibts eigentlich nur 2 sachen.

    die erste und meinermeinung die wichtigste ist- beine zusammen und foto von hinten;-) wenn dann alles glatt sitzt-dann ist die hose gut.
    der zweite test ist- treppestuffe steigen, ob die hose stört beim bein heben.

  2. Immi Meyer 4. November 2014 um 9:06 Reply

    Sehr, sehr schick finde ich diese Hose! Der Look ist wie der in dem Magazin!

    Das was du als ‚kleine Änderungen‘ anführst, kommt mir allerdings gar nicht so unbedeutend vor. Super ausgeführt auf jeden Fall! Und ich würde auch sagen, dass du grosses Glück hast mit deiner Figur! Allerdings hast du mit der Rowling-Änderung den Winkel der Hose durchaus verändert!? Vonwegen ‚Burda-Po‘- habe ich doch die Burda Hosen und deren Winkel gerade so ausführlich analysiert! (Bericht ist im HS24 Forum ‚Finde den Fehler‘)

    Liebe Grüße
    Immi

    • Immi Meyer 4. November 2014 um 9:22 Reply

      … noch vergessen:
      Das mit den Winkeln der Burda Hosen habe ich dort im Forum in den Beiträgen #144 und #178 behandelt.

    • jungsnaht 4. November 2014 um 19:07 Reply

      Vielen Dank :-))
      Mir war gar nicht bewusst, dass ich mit der Rowling-Änderung auch den Winkel der Hose verändert habe. Ich wollte ja nur ein wenig Stoff unter dem Po wegbekommen (Hochlebe der Naive ;-)). Nun muss ich wohl die Veränderung noch einmal mit dem Originalschnitt vergleichen. Ich hatt mich aber bemüht, nicht all zuviel von der ursprünglichen Form zu verändern. Insbesondere habe ich den Abnäher original erhalten. Ich werde berichten. LG H.

      • Immi Meyer 5. November 2014 um 16:55

        Ja gerne! Interessiert mich was genau du geändert hast!

  3. SuSe on the Riverbank 4. November 2014 um 16:58 Reply

    Super sieht die Hose aus! Und Du bist richtig organisiert da dran gegangen – sicher kannst Du mit dieser Liste weitere passende Hosen nähen – was ich mit meinem Chaos Prozess leider vergessen kann 🙂 Richtig schick – und der Stoff ist super 🙂
    Viele Grüße,
    SuSe

  4. Mema 5. November 2014 um 21:50 Reply

    Julia und Immi sind die Spezialistinnen für Hosen und Passform. Ich finde die Hose einfach nur gut. Schöner Gruß Mema

  5. Susanne Daniels 6. November 2014 um 8:18 Reply

    Ich habe schon auf deine Hose gewartet, da mir der Schnitt auch gefällt und finde sie sehr gut passend und äußerst schick durch deine Stoffwahl.
    Hosen nähe ich genauso zusammen, wie du; ich finde diese Methode auch einfacher.
    Ist deine Änderung unter Nr.2 die, die man im Falle eines flachen Popos macht?
    LG von Susanne

  6. 81gradnord 6. November 2014 um 10:13 Reply

    Du siehst mal wieder schick aus! Die Hose steht Dir ausgezeichnet. Der Stoff ist klasse!

    Liebe Grüße
    Steffi

  7. Birgit fadori 9. November 2014 um 7:26 Reply

    Perfekte Hose! Sehr schön!
    LG Birgit

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